Regeln, die es zu beachten gilt …
Gemeindeordnung der Ortsgemeinde Sevelen
vom 2. April 20041
Die Bürgerschaft der Ortsgemeinde Sevelen erlässt gestützt auf Art. 35 Abs. 3 Bst. a des Gemeindegesetzes vom 23. August 19792 als Gemeindeordnung:
I. GRUNDLAGEN | |
| Geltungsbereich | Art. 1 Diese Gemeindeordnung regelt die Organisation der Ortsgemeinde Sevelen sowie die Rechte und Pflichten ihrer Organe. |
| Organisationsform | Art. 2 Die Ortsgemeinde organisiert sich als Gemeinde mit Bürgerversammlung. |
| Organe | Art. 3 a) die Bürgerschaft; |
| Aufgaben | Art. 4 |
| Amtliche Bekanntmachungen | Art. 5 |
II. BÜRGERSCHAFT | |
| 1. Stellung und Zuständigkeit | |
| Grundsatz | Art. 6 Die Bürgerschaft ist oberstes Organ. Sie berät und beschliesst an der Bürgerversammlung, soweit nicht Urnenabstimmung vorgeschrieben ist |
| Sachabstimmungen a) an der Bürgerversammlung | Art. 7 Die Bürgerschaft beschliesst an der Bürgerversammlung über: a) Erlass und Änderung der Gemeindeordnung; |
| b) an der Urne | Art. 8 a) Geschäfte nach Art. 7, soweit im Einzelfall Urnenabstimmung beschlossen wird; |
| Wahlen a) an der Urne | Art. 9 Die Bürgerschaft wählt an der Urne: a) den Präsidenten oder die Präsidentin des Verwaltungsrates; |
| b) Stille Wahl3 | Art. 10 Für die Gemeindebehörden ist stille Wahl im zweiten Wahlgang möglich. |
| 2. Bürgerversammlung | |
| Durchführung | Art. 11 Die Bürgerversammlung über Jahresrechnung und Voranschlag wird bis 15. April durchgeführt. Der Verwaltungsrat bestimmt Ort und Zeitpunkt. Bürgerschaft und Verwaltungsrat können weitere Bürgerversammlungen anordnen. |
| Stimmenzähler und Stimmenzählerinnen | Art. 12 Der Verwaltungsrat bietet für die Bürgerversammlung Stimmenzähler und Stimmenzählerinnen auf, die für die Urnenabstimmungen gewählt sind. |
| Technische Hilfsmittel | Art. 13 Für die Protokollführung können technische Hilfsmittel eingesetzt werden. Der Versammlungsleiter oder die Versammlungsleiterin gibt deren Einsatz bei Verhandlungsbeginn bekannt. Nach Ablauf der Auflage- und Beschwerdefrist werden die Aufzeichnungen gelöscht. |
| Unterlagen | Art. 14 |
3. Fakultatives Referendum | |
| Amtliche Bekanntmachung | Art. 15 Der Verwaltungsrat macht referendumspflichtige Erlasse und Beschlüsse amtlich bekannt. Er veröffentlicht Beginn und Ende der Referendumsfrist, die notwendige Zahl der Unterschriften sowie den Ort, wo die Referendumsvorlage eingesehen und bezogen werden kann. |
| Unterschriften | Art. 16 |
| Frist | Art. 17 |
| Verfahren | Art. 18 Der Verwaltungsrat lässt die Unterschriften durch den Stimmregisterführer oder die Stimmregisterführerin prüfen und stellt fest, ob das Begehren zustande gekommen ist. Ist das Begehren zustande gekommen, so ordnet er innert sechs Monaten die Urnenabstimmung an. Im Übrigen gilt sachgemäss das Gesetz über Referendum und Initiative4. |
| 4. Initiative | |
| Unterschriften | Art. 19 Mit einem Initiativbegehren kann ein Sechstel der Stimmberechtigten schriftlich die Abstimmung über einen Gegenstand verlangen, der in die Zuständigkeit der Bürgerschaft fällt. Das Initiativkomitee besteht aus wenigstens fünf Stimmberechtigten. |
| Form und Inhalt | Art. 20 Das Begehren wird als einfache Anregung gestellt. Rechtsetzende Erlasse können als ausgearbeiteter Entwurf beantragt werden. Das Begehren darf nicht mehr als einen Gegenstand umfassen. |
| Prüfung der Zulässigkeit | Art. 21 |
| Anmeldung und amtliche Bekanntmachung | Art. 22 |
| Einreichung | Art. 23 |
| Stellungnahme des Verwaltungsrates | Art. 24 |
| Ergänzendes Recht | Art. 25 |
III. VERWALTUNGSRAT | |
| Zusammensetzung | Art. 26 Der Verwaltungsrat besteht aus dem Präsidenten oder der Präsidentin und vier weiteren Mitgliedern. |
| Aufgaben a) im allgemeinen | Art. 27 Der Verwaltungsrat ist das oberste Leitungs- und Verwaltungsorgan der Gemeinde. Er erfüllt insbesondere die Aufgaben nach dem Gemeindegesetz6. |
| b) Rechtsetzung | Art. 28 |
| c) Finanzbefugnisse | Art. 29 |
IV. GESCHÄFTSPRÜFUNGSKOMMISSION | |
| Zusammensetzung | Art. 30 |
| Aufgaben | Art. 31 a) die Amtsführung des Verwaltungsrates und der Verwaltung im abgelaufenen Jahr; |
V. SCHLUSSBESTIMMUNGEN | |
| Aufhebung | Art. 31 |
| Vollzugsbegin | Art. 32 Sie wird ab 1. Juli 2004 angewendet. |
Vom Verwaltungsrat erlassen am:
Der Präsident: Der Ratsschreiber:
........................... .............................................
Von der Bürgerschaft der Ortsgemeinde Sevelen an der Bürgerversammlung erlassen am:
2. April 2004
Vom Departement für Inneres und Militär des Kantons St.Gallen genehmigt am:
Für das DEPARTEMENT FÜR INNERES UND MILITÄR
Leiterin Rechtsdienst
lic.iur. Gabriela Maag Schwendener
1 Von der Bürgerschaft der Ortsgemeinde Sevelen erlassen am 2. April 2004;
rechtsgültig geworden durch Genehmigung des Departementes für Inneres und Militär vom ... ;
in Vollzug ab 1. Juli 2004.
2 sGS 151.2.
3 Art. 20ter Abs. 1 Bst. c UAG, sGS 125.3.
4 sGS 125.1.
5 sGS 125.1.
6 Art. 136 GG, sGS 151.2.
Anhang: Finanzbefugnisse
| Gegenstand | Verwaltungsrat abschliessend | fakultatives Referendum | Bürger- versammlunga | Urnen- abstimmung | |
| pro Fall | pro Jahr | ||||
| 1. Neue Ausgaben | |||||
| 1.1 einmalige neue Ausgaben | bis 200'000b | über 200'000 bis 2'000'000 | über 2'000'000 | ||
| 1.2 während mindestens zehn Jahren jährlich wiederkehrende neue Ausgaben | bis 20'000d | über 20'000 bis 200'000 | über 200'000 | ||
| 2. Bei Beschlussfassung über den Voranschlag unvorhersehbare neue Ausgaben | 50'000 | bis 200'000 | |||
| 3. Nachtragskredite | |||||
| 3.1 teuerungsbedingte | abschliessend | ||||
| 3.2 nicht teuerungsbedingte | 50'000 | übrigec | |||
| 4. Grundstücke | |||||
| 4.1 Erwerb (Kaufpreis) | 500'000 | bis 1'000'000c | über 1'000'000 bis 2'000'000 | über 2'000'000 | |
| 4.2 Veräusserung und Begründung von Baurechten (Verkehrswert oder Anlagekosten) | 200'000 | bis 500'000c | über 500'000 bis 2'000'000 | über 2'000'000 | |
| 5. Dringliche und gebundene Ausgaben | abschliessend | ||||
a Antragstellung in Form eines Gutachtens
b soweit nicht mit dem Voranschlag beschlossen
c soweit nicht der Verwaltungsrat abschliessend zuständig ist
d soweit nicht für das erste Vollzugsjahr mit dem Voranschlag beschlossen